
Ein Knabe, Seifenblasen machend
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Die Geschichte
Ein Junge lehnt im Fenster und bläst Seifenblasen aus einer Muschel voll Schaum. Für Betrachter im 17. Jahrhundert war das eine vertraute Mahnung, denn eine Blase schwebt einen Augenblick und zerplatzt, so kurz wie ein Menschenleben. Frans van Mieris hat die Jahreszahl 1663 in römischen Ziffern auf die Steinbrüstung gemalt, als wäre sie eingemeißelt, und über die Ziffern kriecht eine winzige Schnecke. Ein Jahrhundert später, im Juli 1763, kam die kleine Holztafel in Den Haag unter den Hammer und wurde für August III. erworben, König von Polen und Kurfürst von Sachsen. Er starb im Oktober, bevor das Bild Holland verlassen hatte, und so ging es an den Haager Sammler Govert van Slingelandt. Fünf Jahre später kaufte Prinz Wilhelm V. von Oranien dessen gesamte Kollektion. Französische Truppen brachten die Bilder des Prinzen 1795 nach Paris, und erst nach dem Sturz Napoleons kam der Junge nach Den Haag zurück.



