
Frau in roter Jacke, einen Papagei fütternd
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Die Geschichte
Graupapageien aus Westafrika kamen mit den Handelsschiffen in die Niederlande, und um 1660 war so ein Vogel ein kostspieliges Haustier, das ein wohlhabender Haushalt gern vorzeigte. Dieser hier hockt geduckt auf seiner Stange und prüft die Mandel, die ihm eine junge Frau hinhält. Sie hat dafür ihre Näharbeit unterbrochen. Der Fingerhut steckt noch an ihrem Finger, das Nadelkissen liegt auf dem Knie. Sie trägt eine rosafarbene Samtjacke mit weißem Pelzbesatz über einem cremefarbenen Atlasrock und lächelt leicht, als wäre sie mit den Gedanken woanders. Van Mieris malte sie um 1663 auf Kupfer, einen glatten Bildträger, auf dem sich der Pinselstrich fast ganz verbergen ließ, und das Modell soll seine Frau Cunera gewesen sein. Es gehörte zu seinen erfolgreichsten Bildern. Er selbst malte drei Fassungen, und andere Maler kopierten es viele Male.



