
Felswand
Details
Die Geschichte
Anfang der 1850er Jahre suchten die meisten Maler, die nach Rom kamen, die Ruinen auf und brachten Forum und Kolosseum mit nach Hause. Böcklin, Mitte zwanzig und zum ersten Mal in der Stadt ansässig, zog stattdessen hinaus in die Campagna, das leere Land rings um Rom, auf der Suche nach Orten, die noch niemand zurechtgelegt hatte. Diese kleine Studie, in Öl auf ein Blatt Papier gemalt und später auf Leinwand kaschiert, ist einer dieser Funde, eine nackte Felswand und kaum etwas sonst. Wer eine Weile davor stehen bleibt, merkt, wie der Stein zurückschaut. In der Wand tauchen Gesichter auf, hier eine Nase, dort ein Auge, stellenweise ganze Profile. Böcklin bewahrte solche Skizzen als Arbeitsmaterial für seine großen Bilder auf, und in den folgenden Jahren kehrten die Formen, die er in Felsen und Bäumen halb gesehen hatte, als Nymphen, Faune und alte Götter in seiner Malerei wieder.




