
Bartolomé Esteban Murillo · CC0
Ein Ritter von Alcántara oder Calatrava
Details
Die Geschichte
Murillo kennt man für weich gemalte Madonnen und zerlumpte Straßenkinder aus Sevilla, und so überrascht dieser steife Herr in ganzer Figur zunächst. Man hält es für sein frühestes Bildnis dieser Art, um 1650 entstanden, vor einer Reise nach Madrid 1658, wo er die höfische Bildnismalerei aus der Nähe studieren konnte. Hier arbeitet er in der Art seines älteren Sevillaner Zeitgenossen Zurbarán: hartes Licht, flächige Farbe, eine Gestalt vor beinahe völliger Dunkelheit. Der Mann trägt das Kreuz eines spanischen Ritterordens, doch nicht einmal das Museum kann sagen, welches, denn die Abzeichen von Alcántara und Calatrava gleichen einander so sehr, dass der Titel beide nennt. Auch sein Name ist verloren. Genau datieren lässt ihn allein seine Kleidung, denn die geflochtenen Ärmel und Handschuhe waren in den 1650er Jahren längst aus der Mode und blieben wohl deshalb erhalten, weil solcher Prunk teuer genug war, um ihn wiederzuverwenden.




