
Eine vergebliche Moralpredigt
Details
Die Geschichte
Eine modisch gekleidete junge Frau sitzt an einem Vogelkäfig und hätte das Vögelchen beinahe entwischen lassen. Neben ihr hebt eine alte Frau mahnend den Finger und hält ihr eine Predigt über die Gefahren der Liebe. Das Mädchen hört kaum zu, daher der Titel. Im 17. Jahrhundert musste niemandem erklärt werden, was der Vogel bedeutet. Er war ein geläufiges Zeichen für die Jungfräulichkeit einer jungen Frau.
Schalcken malte diese kleine Tafel als Teil eines Paares, und ihr Gegenstück, Die ärztliche Untersuchung, zeigt, was aus der missachteten Lehre wurde. Die beiden gehören mindestens seit 1733 zusammen, als sie Prinz Wilhelm IV. von Oranien besaß. Sie gingen an seinen Sohn Wilhelm V., verbrachten die französischen Jahre von 1795 bis 1815 in Paris und sind seit 1822 im Mauritshuis.



