
Frans Francken the Younger · PD
Allegorie auf die Abdankung Kaiser Karls V. in Brüssel
Details
Die Geschichte
Unten rechts auf der Tafel steht eine lange lateinische Inschrift. Sie nennt den Anlass, die freiwillige Abdankung Kaiser Karls V. 1555 in Brüssel, und den Mann, der sich das Bildprogramm ausgedacht hat, den Antwerpener Bürger Pieter Hannicart, einen Schwager von Rubens. Gemalt hat Frans Francken der Jüngere das Bild erst zwischen etwa 1635 und 1640, rund 80 Jahre nach dem Ereignis. Da waren die nördlichen Provinzen längst als Republik der Vereinigten Niederlande abgefallen, der Krieg mit ihnen zog sich hin, und niederländische Handelskompanien machten Spanien in Amerika und Ostindien zu schaffen. Das Rijksmuseum liest das Bild deshalb als Bekenntnis zur Treue gegenüber den Habsburgern. In der Mitte thront der erschöpfte, kranke Kaiser, zwischen seinem Bruder Ferdinand, dem künftigen Kaiser, und seinem Sohn Philipp in spanischer Tracht. Vorn bringt Neptun die Säulen des Herkules mit Karls Wahlspruch Plus Ultra, und Amerika, Afrika und Asien bringen Tribut. Ganz hinten links fährt eine Kutsche mit dem Reichsadler davon, ein Hinweis auf Karls Abreise ins spanische Kloster Yuste.




