
Didier Descouens · PD
Allegorie - Der Frühling des Lebens
Details
Die Geschichte
„Frühling des Lebens“ heißt diese Allegorie, und mitten in der Frühlingswiese kauert ein Tiger, gleich neben einem kleinen Kind. Rechts umarmt sich ein Paar, weiter hinten dreht sich ein Reigen. Gemalt hat Toulouse-Lautrec das 1883, mit 18 Jahren, als Schüler von Fernand Cormon. Dessen Atelier lag am Fuß des Montmartre, und Cormon selbst war 1880 im Pariser Salon mit einem Riesenformat bekannt geworden, Kain und seine Sippe auf der Flucht durch eine Urlandschaft. Wer bei ihm lernte, übte genau solche großen Figurenbilder mit mythologischem oder allegorischem Stoff, denn sie galten als Weg zu Medaillen im Salon. Lautrecs Leinwand ist dagegen klein, mit schnellen, dünnen Pinselzügen angelegt und im Zustand einer Skizze geblieben. Die Tanzsäle und Cafés, die er wenig später malte, lagen nur ein paar Straßen vom Atelier entfernt.




