
Kirchenväteraltar
Details
Die Geschichte
Wer vor diesen vier Tafeln steht, meint zuerst einen geschnitzten Schrein vor sich zu haben, vielleicht sogar einen aus Stein. Rosafarbene gotische Baldachine mit vergoldetem Laubwerk, graue Statuetten in den seitlichen Nischen, darunter die vier lateinischen Kirchenväter Hieronymus, Augustinus, Gregor und Ambrosius. Alles ist gemalt, auf Tafeln aus Zirbelholz. Die Fliesenböden kippen steil nach vorn. Der Löwe des Hieronymus, von hinten gesehen, hebt eine blutende Pranke. Neben Papst Gregor steigt ein fast nackter Mann mit Krone aus den Flammen. Es ist Kaiser Trajan, den Gregor der Legende nach durch sein Gebet aus dem Fegefeuer holte.
Bestellt hat den Altar wohl Propst Leonhard Pacher für die Augustiner-Chorherren in Neustift bei Brixen. Mit dem Frieden von Pressburg fiel Tirol 1805 an Bayern, 1807 wurde das Stift aufgehoben, und 1812 kam der Altar als Säkularisationsgut nach München. Tirol wurde 1814 wieder österreichisch, die Chorherren kehrten 1816 nach Neustift zurück. Der Altar blieb in der Alten Pinakothek.





