Ann Tyng (Mrs. Thomas Smelt)

Ann Tyng (Mrs. Thomas Smelt)


Details

Jahr
1756
Technik
Öl auf Leinwand
Gattung
Gemälde
Maße
127,32 × 102,55 cm

Die Geschichte

Maskenbälle, auf denen Londoner Damen als Schäferinnen erschienen, galten in Boston als sittenlos und waren verboten. Wer dort trotzdem einmal in diese Rolle schlüpfen wollte, konnte es nur im Bild tun. 1756 malte der noch keine 20 Jahre alte Copley die 23-jährige Ann Tyng als Schäferin. Den Hirtenstab hält sie quer vor dem Körper wie eine Schranke, die linke Hand ruht auf einem kleinen weißen Hund, dahinter liegen seltsame Felsen unter einem pfirsichfarbenen Himmel. Die Idee kam aus England, über Stiche nach Malern wie Thomas Hudson, und wohl auch aus nächster Nähe. Joseph Blackburn, ein englischer Porträtist, der damals in Neuengland arbeitete, hatte etwa zwei Jahre zuvor eine junge Frau namens Mary Sylvester als Schäferin gemalt, in denselben hellen Tönen und mit derselben lachsfarbenen Draperie. Copley hielt die Rolle in Grenzen. Das Haar fällt offen, das Dekolleté ist tief, aber sie sitzt aufrecht, und Satin und Spitzenmanschetten weisen sie unmissverständlich als Dame aus. Ann war eine Tochter von Edward Tyng, jenem Kommodore, der 1745 die Flotte der Kolonien bei der Belagerung von Louisbourg geführt hatte. Das Bild entstand kurz vor oder kurz nach ihrer Hochzeit mit Thomas Smelt, einem Offizier, der ebenfalls vor Louisbourg gekämpft hatte. Einen Monat nach der Hochzeit war sie tot.

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