
Jusepe de Ribera · PD
Apoll schindet Marsyas
Details
Die Geschichte
Neapel, 1637: eine spanische Stadt, von Vizekönigen aus Madrid regiert, in deren Malerei noch der Schatten Caravaggios liegt, der eine Generation zuvor gestorben war. Hier arbeitet Jusepe de Ribera, ein Spanier, den die Italiener Lo Spagnoletto nennen. Er nimmt einen grausamen antiken Stoff. Der Satyr Marsyas hat Apollo zum musikalischen Wettstreit gefordert, verloren, und zahlt nun dafür. Der Gott zieht ihm bei lebendigem Leib die Haut ab. Ribera baut das Bild auf einem Widerspruch. Apollo ist jung, ruhig, fast sanft, über seine Arbeit gebeugt wie ein Wundarzt. Marsyas hängt kopfüber, den Mund zu einem Schrei aufgerissen, den man zu hören meint. Das Licht reißt die Körper nach Art der Caravaggisten aus dem Dunkel. Ribera malte den Stoff im selben Jahr zweimal: eine Fassung ist in Neapel, die andere in Brüssel.




