
Paul Klee · PD
Erzengel
Details
Die Geschichte
Engel hatte Klee schon früher vereinzelt gemalt, am bekanntesten den kleinen „Angelus Novus“ von 1920. In den späten Dreißigerjahren, zurück in Bern, wurden die Engel dann zu einer ganzen Familie in seinem Werk, mit Titeln wie „Engel im Werden“, „Angelus dubiosus“ oder „Engel vom Stern“. Der „Erzengel“ von 1938 gehört zu den großen Bildern, einen Meter hoch. Das Lenbachhaus deutet die späten Engel als Wesen an der Grenzlinie zwischen Leben und Tod, gemalt von einem Mann, der sein Ende nahen fühlte, während Europa auf einen Krieg zutrieb. Klee malte mit Öl und Kleister auf Baumwolle, die auf grobe Jute geklebt ist, und der raue Grund hat die dünne Farbe darunter aufgesogen, die „Farbenvielfalt eines verblassenden Regenbogens“, wie die Kuratorin Rosel Gollek schrieb. Davor stehen schwere schwarze Balken in klarer Ordnung, vom Körper des Engels bis zu einem nach oben weisenden Zeichen, wie von einer Flamme bekrönt.




