Architekturcapriccio mit einem Prediger in römischen Ruinen

Architekturcapriccio mit einem Prediger in römischen Ruinen


Details

Museum
Louvre
Jahr
1737
Technik
Öl auf Leinwand
Gattung
Gemälde
Maße
134 × 97 cm

Die Geschichte

Der Obelisk rechts in diesem erfundenen Winkel Roms ist mit Hieroglyphen bedeckt, und als Panini ihn malte, konnte sie in Europa niemand lesen. Schon die römischen Kaiser hatten Obelisken aus Ägypten herbeischaffen lassen, und seit den 1580er-Jahren ließen die Päpste sie ausgraben und vor Kirchen und auf Plätzen neu aufrichten. Wer die Ruinen der Stadt malte, hatte sie also ständig vor Augen. Die Pyramide links dagegen ist römisch. Sie ist das Grabmal des Gaius Cestius, eines Beamten aus der Zeit des Augustus, und steht noch heute an einem der Stadttore.

Keines der beiden Monumente steht in Wirklichkeit neben einem Rundtempel oder einer Säulenhalle, wie Panini sie dazugesetzt hat. Solche Bilder heißen Capricci, erfundene Ansichten aus wirklichen Bauten, und den Vordergrund füllte er mit Menschen, hier mit einem Prediger im hellen Gewand, der den Arm hebt, während seine Zuhörer auf umgestürzten Blöcken sitzen. Der Louvre datiert die Leinwand nur in das zweite Viertel des 18. Jahrhunderts.

Zwei Straßburger Sammler, Othon Kaufmann und François Schlageter, kauften das Bild 1966 bei einem Händler in Venedig. Sie schenkten ihre Sammlung 1983 dem Louvre, behielten sich aber vor, sie bis zu ihrem Tod bei sich zu haben, und so kam das Gemälde erst 1997 ins Museum. 2022 war es in Lens, in der Außenstelle des Louvre, in einer Ausstellung über Champollion zu sehen, den französischen Gelehrten, der 1822 die Hieroglyphen entzifferte.

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