
Jean-Auguste-Dominique Ingres · PD
Augustus lauscht der Lesung der Aeneis
Details
Die Geschichte
Die Szene ist ein privater Augenblick aus dem alten Rom. Der Dichter Vergil liest dem Kaiser Augustus laut aus der Aeneis vor und ist eben zu den Versen gelangt, die einen jungen Mann namens Marcellus ankündigen, der vor der Zeit sterben wird. Marcellus war der Neffe des Kaisers, kurz zuvor gestorben, und beim Klang seines Namens ist seine Mutter Octavia ohnmächtig geworden, hingesunken in ihr rotes Gewand. Ingres malte dies 1812, während er in Rom unter Napoleon arbeitete, als man von einem französischen Künstler erwartete, die Antike als die natürliche Heimat imperialer Macht erscheinen zu lassen. Über Jahre kehrte er zu dieser Komposition zurück, und die hier gezeigte Fassung ist eine, die er lange danach überarbeitete. Am schärfsten hält er den Zusammenbruch, den ganzen Raum, der sich zu der Frau neigt, die es nicht ertrug, das Schicksal ihres Sohnes als Verse zu hören.




