
Aurora triumphiert über die Nacht
Details
Die Geschichte
In den Pariser Stadtpalais der 1750er Jahre gehörten Gemälde oft zur Wand. Geschnitzte Holzvertäfelungen liefen um den Raum, und über den Türen blieben geschwungene Felder frei, in die passgenau gemalte Bilder kamen, die Supraporten. Diese Leinwand war eine davon. Das lange, niedrige Format und der Blick von unten auf die Figuren zeigen, dass sie hoch über einer Tür hängen sollte. Fragonard malte sie um 1755, mit Anfang 20, noch als Schüler. Aurora, die Göttin der Morgenröte, streut vom Himmel Rosenblätter auf die schlafende Nacht, ein Spiel mit Homers rosenfingriger Eos. Vermutlich gehörte ein Gegenstück dazu, Diana und Endymion, heute in der National Gallery of Art in Washington, die Mondgöttin als Antwort auf den Morgen. Im 19. Jahrhundert nahm man das Bild aus seiner Umgebung und machte es rechteckig, damit es als gewöhnliches Galeriebild hängen konnte. An den Rändern erkennt man noch den alten geschweiften Umriss und die eingesetzten Ecken.




