
Verbannungsstele
Details
Die Geschichte
Der Mann im Leopardenfell, der oben vor Amun steht, ist Mencheperre, Hoherpriester des Amun in Theben und Oberbefehlshaber des Heeres, ein Sohn Pinodjems I. Zu seiner Zeit hatte Ägypten faktisch zwei Machtzentren. Im Norden regierten Könige von Tanis im Nildelta aus, im Süden herrschten die Hohenpriester in Theben, die ihre Entscheidungen über das Orakel des Gottes trafen.
Die Inschrift berichtet von Unruhen in Theben. Männer waren in die Oasen der Westwüste verbannt worden. Mencheperre zog nach Süden, stellte die Ordnung wieder her und fragte dann bei einem Fest Amun, ob die Verbannten heimkehren dürften. Die Götterstatue stimmte zu, und Mencheperre erwirkte zudem, dass solche Verbannungen künftig verboten sein sollten. Die Stele nennt ein Regierungsjahr, doch zu welchem König es gehört, ist bis heute umstritten, und der Louvre nennt drei mögliche Herrscher.
Gefunden hat sie im 19. Jahrhundert in Karnak Victor Gustave Maunier, ein in Luxor lebender Franzose. Lange wurde sie im französischen Konsulat aufbewahrt, bis der Ägyptologe Gaston Maspero sie in den Louvre schickte.




