
Bentresch-Stele
Details
Die Geschichte
Ägyptologen kennen sie als Bentresch-Stele, im Louvre heißt sie Stele von Bachtan. Erzählt wird eine Legende aus der Zeit Ramses' II. Der Pharao heiratet die ältere Tochter des Fürsten eines fernen Landes namens Bachtan und gibt ihr den Namen Neferure. Jahre später kommt die Nachricht, ihre jüngere Schwester Bentresch sei krank, von einem Geist besessen. Ein ägyptischer Schreiber, der sie heilen soll, scheitert. Da schickt Ramses eine Statue des Mondgottes Chons aus Theben, und der Gott treibt den Geist aus. Der Fürst von Bachtan will einen solchen Gott nicht hergeben und behält die Statue mehr als drei Jahre, bis er träumt, ein goldener Falke fliege nach Ägypten zurück. Da schickt er sie mit reichen Geschenken heim.
Hinter der Geschichte steht ein wirkliches Ereignis, denn Ramses II. heiratete tatsächlich eine hethitische Prinzessin, um den Frieden mit dem alten Feind im Norden zu besiegeln. Der Text selbst ist wohl viel jünger, als er vorgibt. Der Louvre datiert die Stele nach ihrem Stil in die 21. Dynastie, viele Ägyptologen setzen sie in die Perserzeit oder die ptolemäische Zeit, als Fremde über Ägypten herrschten. Möglicherweise verfassten Priester in Karnak sie, um eine Erscheinungsform des Chons über eine andere zu erheben.
Oben tragen zwei Prozessionen die heilige Barke des Gottes mit einem Falkenkopf am Bug. Die Stele stand im kleinen Chons-Tempel von Karnak, bis der französische Künstler und Reisende Émile Prisse d'Avennes sie 1843 entfernte.




