
Barberinischer Faun
Details
Die Geschichte
Im Jahr 537 belagerten die Goten Rom. Der Geschichtsschreiber Prokop, der selbst in der Stadt war, berichtet, dass die Verteidiger des Hadriansmausoleums dessen Statuen zerschlugen und die Trümmer auf die Angreifer warfen. Knapp 1100 Jahre später, zwischen 1624 und 1628, fand man diesen Satyr schwer beschädigt am Fuß desselben Grabbaus, der inzwischen die päpstliche Engelsburg war. Seitdem wird er mit Prokops Bericht in Verbindung gebracht, beweisen lässt sich das nicht.
Papst war damals Urban VIII. aus der Familie Barberini, und er erklärte die Statue zum unveräußerlichen Familienbesitz. Ab 1810 brauchte es lange Verhandlungen, bis sie für Kronprinz Ludwig von Bayern erworben war. Am 6. Januar 1820 erreichte sie München.
Ein junger Satyr aus dem Gefolge des Weingottes Dionysos liegt hingestreckt auf einem Felsen, über den ein Pantherfell gebreitet ist, den rechten Arm im Schlaf über den Kopf gelegt. Der Efeukranz kennzeichnet den Zecher, und das Museum weist auf die Anspannung im Gesicht hin, den unruhigen Halbschlaf eines vom Wein und vom Tanz Ermatteten. Was ihn zum Satyr macht, zeigt sich erst beim Umschreiten. Auf dem Rücken sitzt ein kleiner Pferdeschweif. Das Museum datiert die Figur um 220 v. Chr. Das rechte Bein und Teile der Hände stammen von späteren Restauratoren.




