Ilioneus (Kniender Niobide)

Ilioneus (Kniender Niobide)


Details

Künstler
Unbekannter griechischer Bildhauer (Hellenismus)
Technik
Marmor
Gattung
Skulptur

Die Geschichte

In den Jahren 1814 und 1815, als der Wiener Kongress Europa nach Napoleon neu ordnete, war Kronprinz Ludwig von Bayern unter den Fürsten in der Stadt. In diesen Monaten kam der Torso in seinen Besitz. Verkäufer war Joseph Barth, ein Wiener Augenarzt und Sammler. Er hatte ihn in Prag entdeckt, nach einer Überlieferung auf einem Steinmetzplatz, nach einer anderen im Garten eines Wirtshauses, und so gut wie nichts dafür bezahlt. Ludwig gab ihm 6000 Dukaten. In Wien hatte der Bildhauer Fischer den fehlenden Kopf und die Arme in Gips ergänzt.

Der Name stammt vom römischen Dichter Ovid. In seinen Metamorphosen ist Ilioneus der jüngste Sohn der Niobe, deren Kinder Apollon und Artemis niederschossen, um den Hochmut der Mutter zu strafen. Der Knabe hob die Arme und flehte die Götter um Schonung an. Apollon war gerührt, schreibt Ovid, doch der Pfeil ließ sich nicht mehr zurückrufen. Dass dieser kniende Jüngling Ilioneus ist, beruht auf alter Tradition.

Der Marmor gilt als griechisches Original, entstanden um 300 v. Chr. Fischers Gipskopf und Gipsarme sind heute nicht mehr da.

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