
Pieter de Hooch · PD
Das Schlafzimmer
Details
Die Geschichte
Die Karlsruher Kunsthalle schreibt heute selbst, die frühere Einschätzung dieses Bildes sei zu revidieren. Lange galt es als beste Fassung einer Komposition, die Pieter de Hooch mehrfach malte. Peter Sutton zählte in seinem Werkverzeichnis von 1980 drei Hauptversionen und neun Kopien. Bei der Delfter Ausstellung zum Maler im Jahr 2019 wurde die Karlsruher Leinwand mit der Washingtoner verglichen. Dort liegt dem Raum eine sorgfältige Fluchtpunktkonstruktion zugrunde, deren Einstichpunkt noch heute sichtbar ist. Hier fehlt sie, und die bräunliche Grundierung spricht für eine etwas spätere Entstehung. Ob das Bild eigenhändig ist, gilt dem Museum inzwischen als offene Frage. Der niederländische Kunsthistoriker Frans Grijzenhout bringt das Zimmer, durch dessen Hintertür man in einen Garten blickt, mit dem Wohnort des Malers vor den Toren Amsterdams in Verbindung, wohin er um 1660 aus Delft gezogen war. Die blau-weißen Fliesen an der Türwand, die in Washington Kinderspiele zeigen, sind hier einfacher gehalten.




