
Totenbuch des Cha
Details
Die Geschichte
Drei Jahrtausende im versiegelten Grab hat dieser Papyrus unbeschadet überstanden. Als Schiaparelli 1906 den äußeren Schrein öffnete, lag die Rolle ausgebreitet auf Chas Sarg, und er schrieb, sie sei vollkommen erhalten und so geschmeidig, als wäre sie eben erst gemacht. Wenige Monate nach der Ankunft in Turin hatte der Wechsel der Luftfeuchtigkeit sie rissig und brüchig werden lassen.
Sie ist 13,8 Meter lang, mit 33 Sprüchen und farbigen Vignetten, und gehört zu den frühesten bekannten Exemplaren des Totenbuchs, zeitlich nahe an denen der Würdenträger Juja und Maiherperi. Solche Rollen wurden oft auf Vorrat geschrieben, mit Lücken für den Namen, und die Namen von Cha und Merit wurden nachträglich eingesetzt. 2019 wies die Ägyptologin Susanne Töpfer auf einen ausradierten und überschriebenen Namen hin und auf eine Osirisfigur mit geändertem Gewand. Sie hält es für möglich, dass die Rolle zunächst für jemand anderen bestimmt war. Seit der Neueinrichtung des Saals im Dezember 2025 liegt sie in voller Länge in einer 14 Meter langen Vitrine ohne Sauerstoff.




