
Château-Gaillard bei Sonnenuntergang
Details
Die Geschichte
Richard Löwenherz, König von England und Herzog der Normandie, ließ Château-Gaillard Ende der 1190er Jahre in rund zwei Jahren auf einem Kreidefelsen über der Seine bei Les Andelys errichten, um dem französischen König den Weg flussabwärts nach Rouen zu versperren. 1204, wenige Jahre nach Richards Tod, nahm Philipp II. August die Burg nach langer Belagerung ein, und bald darauf fiel die Normandie an Frankreich. Um 1600 ließ Heinrich IV. einen großen Teil des Übriggebliebenen schleifen. Zu Daubignys Zeit stand dort oben nur noch eine zerbrochene Ruine, und das Museum of Fine Arts bemerkt, dass er sie beinahe wie einen weiteren Felsen am Hang malte, der das Abendlicht auffängt. Das Museum kennt vier Ansichten der Burg von seiner Hand, jede in anderem Licht, und auf dieser hier, um 1873 entstanden, geht die Sonne unter. Die Leinwand ist klein und breit, 38 mal 69 Zentimeter. Sie gehörte der Bostonerin Alice Crowninshield Bradlee, der Frau von Josiah Bradlee, die sie 1918 dem Museum schenkte.




