
Segnender Christus
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Die Geschichte
Kein Christusbild wurde im Rom des 15. Jahrhunderts so verehrt wie die Ikone in der Sancta Sanctorum, der alten päpstlichen Kapelle am Lateran, von der es hieß, sie sei nicht von Menschenhand gemalt. Jedes Jahr im August trug man sie nachts quer durch die Stadt einem Marienbild entgegen, und die Maler kopierten sie unablässig. Adolfo Venturi, einer der Väter der italienischen Kunstgeschichte, sah diese Tafel als Abkömmling solcher Kopien, einen frontalen Christus vor Gold, Nimben und Krone über seinem Haupt in die Vergoldung punziert.
Wer sie gemalt hat, ist bis heute offen. 1926, als sie dem Turiner Industriellen Riccardo Gualino gehörte, veröffentlichte Lionello Venturi sie als Frühwerk des Melozzo da Forlì, jenes Malers aus der Romagna, der später für die Päpste arbeitete. Roberto Longhi plädierte für Antoniazzo Romano, den bedeutendsten gebürtigen Römer unter den Malern der Zeit, und der Katalog der Melozzo-Ausstellung von 1938 begnügte sich mit einem namenlosen römischen Meister. Die Kataloge der Galerie hielten bis in die 1970er-Jahre an Melozzo fest. Heute nennt das Museum Antoniazzo und datiert die Tafel weit gefasst auf etwa 1456 bis 1469. Zum Vergleich wird sein kleines Triptychon im Prado herangezogen, dessen Christus demselben Lateran-Antlitz folgt.
