
Segnender Christus als Salvator Mundi
Details
Die Geschichte
Unter dem Halbfigurenbild Christi läuft eine Zeile lateinischer Großbuchstaben. POSCE NE DUBITA, bitte und zweifle nicht, so beginnt sie, und sie verspricht, dass dir alles gewährt wird, worum du den Vater in seinem Namen bittest. Die Worte stammen aus den Abschiedsreden Jesu im Johannesevangelium, wo er zu allen Jüngern zugleich spricht. Hier ist die Verheißung in die Einzahl gesetzt. Sie gilt einem einzelnen Menschen, dem, der gerade vor der Wand steht.
Das passt zu dem Ort, für den sie gemalt wurde. Luini schuf die Figur als Fresko für ein kleines Oratorium, eine Andachtskapelle in Greco, damals ein Dorf gleich nördlich von Mailand. Er umgab sie mit einer gemalten Rahmung, sodass sie wie ein gerahmtes Andachtsbild wirkt. Christus segnet mit der Rechten und hält in der Linken eine klare Kristallkugel, die Welt, die er erlösen will. Daher der Bildtypus des Salvator Mundi, des Erlösers der Welt.
Der Louvre datiert das Fresko nur ins 16. Jahrhundert. Üblich ist eine Datierung um 1520 bis 1525, wie bei den übrigen Malereien aus demselben Oratorium, doch kein Dokument legt das Jahr fest. Zwei größere Szenen von diesen Wänden, eine Geburt Christi und eine Anbetung der Könige, hängen im selben Saal.




