
Édouard Manet, Corner of a Café-Concert, 1880. Wikimedia Commons. · PD
Ecke eines Café-Concerts
Details
Die Geschichte
Gegen Ende der 1870er Jahre hatte sich Paris mit Café-concerts gefüllt, verräucherten Sälen, in denen man keinen Eintritt zahlte, sich ein Bier bestellte und einer Sängerin zusah, während das Publikum lauter redete als sie. Manet ging in diesen Jahren oft hin und zeichnete an Ort und Stelle, während seine Gesundheit nachließ. Diese Ecke fasst alles auf einmal. Eine Kellnerin geht mit zwei vollen Gläsern vorbei, ohne hinzusehen, wohin sie einschenkt. Vor ihr sitzt ein Arbeiter in blauer Bluse, halb abgewandt, an seiner Pfeife, und dahinter steht auf der beleuchteten Bühne eine Tänzerin mit weißer Haube. Niemand sieht wirklich jemanden an. Manet schnitt diese Szene aus einer größeren Leinwand heraus, die er in der Brasserie de Reichshoffen begonnen und nie zu Ende gebracht hatte, und darum wirkt es, als käme die Kellnerin von außerhalb des Bildes hereingeschritten. Die blaue Bluse war damals die gewöhnliche Kleidung eines Mannes, der mit den Händen arbeitete.




