
François Gérard · PD
Amor und Psyche
Details
Die Geschichte
Gérard zeigte dieses Bild im Pariser Salon von 1798, wenige Jahre nachdem der Terror geendet hatte und während der junge General Bonaparte fern in Ägypten einfiel. Das Publikum war des Blutes müde und hungrig nach etwas Kühlem, Vollkommenem, und Gérard, ein Schüler von Jacques-Louis David, gab ihm genau das. Psyche, in der alten Fabel die menschliche Seele, empfängt den ersten Kuss von Amor, dem Gott der Liebe. Sie spürt ihn an der Stirn, kann ihn aber nicht sehen, denn er ist ihr unsichtbar, und der Schmetterling über ihrem Kopf ist die Seele selbst. Die Haut ist zu Porzellan geglättet, die Umrisse rein und ohne Hast. Das Bild machte seinen Namen fast über Nacht und setzte eine Mode, die Maler in ganz Europa jahrelang kopierten, diese kühle Marmorglätte über einem warmen Vorwurf.


