
Diptychon mit Kreuzigung und Madonna mit Kind
Details
Die Geschichte
Diese kleine Tafel gehört zu den ältesten Werken der ganzen Galerie. Sie entstand um 1250 in Lucca, gut ein halbes Jahrhundert bevor Giotto in Italien die Malerei zu verändern begann. Damals arbeiteten die toskanischen Maler noch ganz in der Weise der byzantinischen Ikonen: Goldgrund, lange ernste Gesichter, überlieferte statt beobachtete Gesten. Bonaventura Berlinghieri stammte aus einer Malerfamilie in Lucca, die dieses Fach besonders gut beherrschte. Die beiden Flügel ließen sich zuklappen und tragen, es war also ein tragbarer Altar. Das Werk kam aus dem Kloster Santa Chiara in Lucca, wo die Nonnen davor beteten. Die eine Seite zeigt Maria mit dem Kind und Heiligen, die andere die Kreuzigung, die beiden Bilder, die eine Gläubige am dringendsten brauchte.