
Der Traum Mariens
Details
Die Geschichte
Als 1799 unter Napoleon die Klöster Bolognas beschlagnahmt und ihre Altäre zerlegt wurden, holte man diese kleine Tafel aus einem Polyptychon, dessen oberen Abschluss sie gebildet hatte. Es stand wohl in einem der geistlichen Häuser der Stadt, vielleicht im Nonnenkloster Sant’Agostino oder San Lorenzo. Danach wurde die Tafel umgeformt und neu vergoldet, damit sie als eigenständiges Bild bestehen konnte. Das Thema ist selten, der Traum der Jungfrau. Maria schläft in einem Bett mit gemusterter Decke, am Fußende liest eine Begleiterin, und aus ihrem Schoß wächst ein goldener Weinstock, an dem der gekreuzigte Christus hängt. Darunter greift eine Hand nach dem Arm des alten Adam, Eva schaut ihm über die Schulter, und die Tore des Limbus liegen am Boden. Simone malte das Bild zwischen etwa 1365 und 1380. Es gehört der Society of Antiquaries of London, die es der National Gallery als Leihgabe überlassen hat, und hängt dort in Saal 65.

