
Ernst Ludwig Kirchner · PD
Fünf Frauen auf der Straße
Details
Die Geschichte
1913 war Berlin eine Stadt, die sich binnen einer Generation ungefähr verdoppelt hatte und weiter wuchs. Kirchner war zwei Jahre zuvor aus Dresden hergezogen, und dies ist die erste jener Straßenszenen, die er hier in den folgenden zwei Jahren malte. Die fünf eng gedrängten Frauen sind Kokotten, Straßendirnen in Federhüten und dunklen Mänteln, die Gesichter fast zu Masken geschärft. Ihm ging es um den Puls des Ortes: das Gedränge, das Geschäft, das nervöse Tempo. Das grünliche Licht und das kippende Pflaster geben dem Auge keinen sicheren Stand. Gut ein Jahr nach der Vollendung zog das Berlin, das er hier beobachtete, in den Krieg, und Kirchner meldete sich freiwillig. Lange hielt er es beim Militär nicht aus. 1915 brach er zusammen und wurde entlassen.




