
Herodias mit dem Haupt Johannes des Täufers
Details
Die Geschichte
Die beiden Evangelien, die diese Geschichte erzählen, nennen die Tänzerin nicht beim Namen. Bei Markus und Matthäus ist sie nur die Tochter der Herodias. Herodias hatte ihren Mann verlassen und dessen Bruder Herodes Antipas geheiratet, und Johannes der Täufer hatte die Ehe öffentlich für unrechtmäßig erklärt. Als der Tanz dem Herodes so gefiel, dass er dem Mädchen jeden Wunsch versprach, war es die Mutter, die ihr sagte, was sie fordern sollte.
Den Namen Salome kennt man erst aus einer anderen Quelle, von dem jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus. In Italien gingen Maler und Inventare mit beiden Namen lange recht frei um, wenn es um eine Frau mit dem Haupt auf der Schale ging. In derselben Sammlung heißt Guido Renis Bild der Szene Salome. Hier dagegen nennt das Museum die Frau Herodias, also diejenige, die den Tod des Johannes wollte.
Simon Vouet malte sie in Rom, in den langen Jahren, die er dort verbrachte. Das Museum datiert die Leinwand zwischen etwa 1615 und der Mitte der 1620er Jahre. Sie tritt aus dem Schatten wie eine der verführerischen Heldinnen, die er damals malte, ein im Rom des 17. Jahrhunderts beliebtes Frauenideal, mit einem Caravaggio-Licht, das gefiltert und gemildert ist. Von Oktober 1958 bis November 1960 hing das Bild als Leihgabe im Quirinalspalast, dem Amtssitz des italienischen Staatspräsidenten.




