
Caspar David Friedrich · PD
Huttens Grab
Details
Die Geschichte
Friedrich malte diese Ruine um 1823, rund 300 Jahre nach dem Tod Ulrichs von Hutten, des Humanisten und Streitschriftstellers der Reformation. In einem eingestürzten gotischen Chor steht in der Dämmerung sein Grabmal, davor ein junger Mann in altdeutscher Tracht, jenem Aufzug, den die Behörden damals mit Argwohn betrachteten. Es ist Friedrichs politischstes Bild. In den Stein sind Namen seiner Zeitgenossen geschnitten: der Turner und Patriot Jahn, der Schriftsteller Arndt und andere, Männer, die unter der Reaktion nach den Karlsbader Beschlüssen von 1819 in Ungnade gefallen waren. Indem er sie an den aufrührerischen Hutten bindet, erweist er ihnen stumm die Ehre. Durch das aufgebrochene Gewölbe zeigt sich ein noch heller Himmel über der verfallenen Mauer.




