
Titian · PD
Johann Friedrich I., Kurfürst von Sachsen
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Die Geschichte
Johann Friedrich der Großmütige, Kurfürst von Sachsen und Haupt des Schmalkaldischen Bundes, verlor im April 1547 bei Mühlberg gegen das kaiserliche Heer und geriet in Gefangenschaft. Bis dahin hatte Lucas Cranach sein Bild bestimmt, als Schirmherr der Reformation. Hier sieht man ihn von der Gegenseite, geharnischt, die Wunde an der Wange noch blutend. Sie kann es nicht gewesen sein: Tizian kam erst im Februar 1548 nach Augsburg, wo der Gefangene gehalten wurde, zehn Monate nach der Schlacht. Die Darstellung folgt dem Bericht über die Gefangennahme, den der Höfling Luis de Ávila 1549 drucken ließ, und wohl der Rüstung selbst, die später in der Madrider Waffenkammer lag. Maria von Ungarn gab zwei Bildnisse in Auftrag. Im Wiener Gegenstück ist die Wunde verheilt. Das Museum verweist auf starke Beteiligung der Werkstatt. Das Bild ist nicht ausgestellt.




