Judith und Holofernes

Judith und Holofernes


Details

Jahr
1530
Technik
Öl auf Lindenholz
Gattung
Gemälde
Maße
87,7 × 58,1 cm

Die Geschichte

Judit, die Witwe aus dem Buch Judit, ging ins Lager der Assyrer, gewann das Vertrauen des Feldherrn Holofernes und schlug ihm, als er betrunken schlief, den Kopf ab, um ihre belagerte Stadt zu retten. Cranach kleidet sie wie eine junge Dame von einem deutschen Fürstenhof, mit rotem Federbarett und gemustertem Mieder, das Schwert in der Rechten, mit der Linken hält sie das Haupt an den Haaren auf einer steinernen Brüstung. Ihr Haar fällt lang und offen, wie es damals unverheiratete Mädchen trugen. Um 1530 hatte die Geschichte einen politischen Beiklang. Einige Forscher, darunter Werner Schade, haben Cranachs Juditbilder mit dem Schmalkaldischen Bund von 1531 verbunden, dem Bündnis protestantischer Fürsten gegen Kaiser Karl V., als der Tyrannenmord als erlaubter Widerstand gelesen werden konnte. Die Geschichte des Bildes selbst weist in eine andere Richtung. Seit etwa 1610 in der kaiserlichen Sammlung in Wien, hing es dort als Gegenstück zu einer Salome, die wohl um 1600 entstand, und beide Frauen wurden zusammen als Lehrstück über weibliche List betrachtet. Auf der Klinge sitzt ein kleiner Wolf, das Zeichen der Passauer Klingenschmiede.

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