Judith und Holofernes
Details
Die Geschichte
1716 führte Venedig Krieg gegen das Osmanische Reich um die Morea, den Peloponnes, und im selben Jahr vertonte Antonio Vivaldi für die Stadt das Oratorium Juditha triumphans nach einem Libretto von Giacomo Cassetti. In dessen Allegorie stand Judith für Venedig und Holofernes für den Sultan Ahmed III. Giovanni Battista Piazzetta kehrte immer wieder zu dieser Heldin zurück. Das Museum datiert das Bild auf etwa 1717 bis 1720, auch wenn sich die Forschung darin nicht ganz einig ist.
Er wählte den Augenblick unmittelbar vor dem Hieb. Ein Vorhang öffnet sich wie auf der Bühne, und das Licht von draußen fällt vor allem auf Judith, eine vornehme Dame von Stand. Holofernes schläft, vom Wein des Gelages übermannt. Sie ist allein, ohne die alte Magd, die sie sonst begleitet, und statt grimmiger Entschlossenheit richtet sie den Blick verstört nach oben. Die dunkelsten Partien sind weniger ausgeführt, wie im braunen Schatten versunken, so sehr, dass manche Kritiker sich fragten, ob Piazzetta das Bild je vollendet hat.
Kardinal Neri Maria Corsini kaufte es direkt beim Maler für 133 Scudi. Um 1750 hing es in einem Empfangszimmer des Familienpalastes an der Via della Lungara.



