
Mariä Himmelfahrt
Details
Die Geschichte
In den 1730er-Jahren war Clemens August von Bayern einer der mächtigsten geistlichen Fürsten des Heiligen Römischen Reichs, Kurfürst und Erzbischof von Köln und Hochmeister des Deutschen Ordens, des alten Ritterordens aus der Zeit der Kreuzzüge. Um 1735 bestellte er in Venedig dieses Altarbild für die Ordenskirche in Sachsenhausen, auf der anderen Mainseite gegenüber Frankfurt. 1736 wurde es über dem Hochaltar aufgestellt, bezahlt mit 2000 Gulden.
Die Leinwand ist über fünf Meter hoch, und Piazzetta, ein Maler, den man für seine tiefen Schatten kannte, füllte sie fast ganz mit hellem Licht. Maria schwebt in Weiß durch einen Himmel voller Engel empor, und tief unten drängen sich die Apostel um das offene Grab. Einer von ihnen, in Weiß, reißt beide Arme zu ihr hoch, andere beugen sich über den steinernen Rand und blicken auf das leere Leichentuch.
In Deutschland blieb das Bild nicht. Französische Kommissare nahmen es 1796 in den Revolutionskriegen mit, 1801 kam es an das Museum in Lille. Im Ersten Weltkrieg, als Lille deutsch besetzt war, wurde es nach Berlin gebracht und kehrte 1919 zurück. 1957 gelangte es im Tausch von Leihgaben aus Lille in den Louvre.


