Die Schlossherrin
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Die Geschichte
Um 1875 hatte Frankreich weder König noch Kaiser mehr. Das Zweite Kaiserreich war im Krieg von 1870 zusammengebrochen, die Pariser Kommune niedergeschlagen, und das Land richtete sich in der nüchternen jungen Dritten Republik ein. Monticelli malte von alledem nichts. Fünf Jahre zuvor war er zu Fuß die rund 752 Kilometer von Paris in seine Heimatstadt Marseille gewandert, um dem Deutsch-Französischen Krieg zu entkommen. Arm, aber unermüdlich, beschwor er dort eine längst versunkene Welt. La châtelaine ist eine dieser Träumereien: die Herrin eines Schlosses in einem Park, herausgeputzt für einen höfischen Nachmittag, der eher zu Watteaus 18. Jahrhundert gehört als zur Republik. Zu solchen fêtes galantes kehrte er immer wieder zurück, jede Tafel eine Abwandlung derselben erdachten Muße. Ihr Gesicht ist kaum auszumachen, aus dicken Farbschichten aufgebaut, die von der kleinen Holztafel abstehen, sodass der Putz ebenso sehr Materie wie Kostüm ist.




