
Dame im Lehnstuhl
Details
Die Geschichte
Um 1846 wandelte sich in Wien die Einrichtung der Wohnungen. Auf die schlichten, geradlinigen Möbel der 1830er-Jahre folgte das Zweite Rokoko mit vergoldeten Schnörkeln und üppigen Polstern, und in genau so einem Lehnstuhl sitzt diese Dame, rot bezogen, im geschwungenen Goldrahmen. Das Belvedere zeigte das Gemälde 2016 in der Ausstellung „Ist das Biedermeier?“, die fragte, wie weit der Begriff für die Malerei jener Jahrzehnte trägt. Neben den Bildern standen dort auch echte Sitzmöbel, an denen sich derselbe Stilwandel ablesen ließ. Die Dame trägt Schwarz mit Spitze an Ausschnitt und Manschetten, dazu eine mehrreihige Perlenkette, einen Perlenohrring, weiße Handschuhe und einen geschlossenen Fächer. Ihr glatt gescheiteltes Haar rahmen eine Spitzenhaube mit rosa Bändern und eine rosa Blüte. Ihren Namen überliefert das Museum nicht. Erworben wurde das Bild 1923 im Berliner Kunsthandel.



