
Franz Eybl
1806–1880 · Kaisertum Österreich, Cisleithanien · Biedermeier, Realismus
Die Geschichte
Franz Eybl malte die behagliche, nach innen gekehrte Welt, die Wien sich in den Jahrzehnten vor den Revolutionen von 1848 geschaffen hatte, die später Biedermeier genannte Zeit, als bürgerliche Familien stille Zimmer, gute Manieren und ein getreues Abbild schätzten. Er war einer der gefragtesten Porträtisten der Stadt und stand zu seiner Zeit neben Friedrich von Amerling, dem führenden Gesellschaftsmaler jener Jahre.
1806 in Wien geboren, trat Eybl mit erst zehn Jahren in die Akademie der bildenden Künste ein und arbeitete später in der weicheren, sonnendurchfluteten Manier Ferdinand Georg Waldmüllers, des großen österreichischen Malers des Lichts. Neben seinen Bildnissen und Genreszenen schuf er über 400 Lithografien, jene gedruckten Porträts, die ein Gesicht einem breiten Publikum brachten, ehe die Fotografie diese Aufgabe übernahm.
Seine letzten Jahre verbrachte er als Kustos der kaiserlichen Gemäldegalerie im Schloss Belvedere und wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof bestattet, unter den Komponisten der Stadt.




