
Pierre-Auguste Renoir · PD
Lächelnde Frau (Porträt der Alphonsine Fournaise)
Details
Die Geschichte
Nur ein Jahr zuvor, 1874, hatten Renoir und seine Freunde die erste Impressionisten-Ausstellung veranstaltet, und die Kritik war wenig freundlich gewesen. Hier, 1875, versucht er den lockeren Pinselstrich der Freilichtmalerei nicht an einer Landschaft, sondern an einem Gesicht. Dargestellt ist Alphonsine Fournaise, damals Ende zwanzig, älteste Tochter des Mannes, der in Chatou ein Gasthaus am Fluss führte, einem Ruderausflugsort an der Seine, den die neue Eisenbahn nahe an Paris herangerückt hatte. Renoir wohnte oft dort und malte Jahre später auf dessen Balkon das berühmte Frühstück der Ruderer, mit Alphonsine, die sich auf das Geländer stützt. In diesem kleinen Bildnis sind die Züge kaum ausgeführt, ins Weiche des Hintergrunds gelöst, und der Blick geht sofort zu dem großen weißen Rüschentuch, das sich gegen die blaue Jacke absetzt. Sie saß ihm mehrmals Modell. Sie lebte bis 1937 und überdauerte damit fast alle, die sich einst an den Tischen ihres Vaters versammelt hatten.




