
Leda
Details
Die Geschichte
Um 1530 hatte Michelangelo Leda in inniger Umarmung mit dem Schwan gemalt, jenem Vogel, in dessen Gestalt Zeus die Königin von Sparta verführte. Das Gemälde ist verloren, wurde aber vielfach kopiert. Einige Jahrzehnte später schlug Michele Tosini in Florenz für dasselbe Thema einen ganz anderen Ton an. Seine Leda zeigt uns die nackte Schulter, ein rosafarbener Mantel gleitet herab, im gelockten Haar sitzt eine juwelenbesetzte Haube. Der Schwan berührt mit dem Schnabel nur ihr Gesicht. Inzwischen hatte das Konzil von Trient 1563 verlangt, heilige Bilder von jeder Laszivität freizuhalten. Das Museum sieht die Zurückhaltung auch im Wesen des Malers begründet, denn Vasari, sein Kollege und Biograf, lobte seine Bescheidenheit. Im selben Saal hängt das Gegenstück, eine Lukretia.
