
Titian · CC-BY-SA-4.0
Maria mit Kind in einer Abendlandschaft
Details
Die Geschichte
Um 1560 war Tizian über 70 Jahre alt, und die Alte Pinakothek liest dieses Bild als seine späte Auseinandersetzung mit Michelangelo, dessen Werke er rund 15 Jahre zuvor in Rom gesehen hatte. Den Hinweis liefert das Kind. Es ist ungewöhnlich groß und kräftig gebaut, und dieselbe Wucht und Bewegung geht durch beide Figuren. Hinter ihnen schwindet das Tageslicht. Der Blick in die weite Abendlandschaft und der schwere Faltenwurf von Marias Gewand bringen Ruhe in eine Komposition, die sonst voller Spannung steckt. Typisch für das Spätwerk ist die Farbe, die hier mehr trägt als jede Kontur, aufgetragen in breiten, selbstbewussten Pinselzügen. Das Museum sieht darin einen Maler, der seine malerische Freiheit offen auskostet. Die Leinwand ist fast 1,75 Meter hoch. Gekauft wurde sie 1814 in Paris, im Jahr von Napoleons Abdankung, für Max I. Joseph, den ersten König von Bayern.




