Die Madonna des Basler Bürgermeisters Jakob Meyer zum Hasen (Dresdner Kopie)

Die Madonna des Basler Bürgermeisters Jakob Meyer zum Hasen (Dresdner Kopie)


Details

Jahr
1635
Technik
Öl auf Eichenholz
Gattung
Gemälde
Maße
159 × 103 cm

Die Geschichte

Als Francesco Algarotti am 4. September 1743 in Venedig dieses Bild für 1000 Golddukaten von Zuan Dolfin kaufte, meldete er stolz, es wiege eine ganze Galerie auf. Der italienische Kunstagent des sächsischen Hofes war überzeugt, einen Holbein erworben zu haben, und in Dresden galt die Tafel bald als das deutsche Gegenstück zur Sixtinischen Madonna. Zweifel kamen erst auf, als 1822 eine zweite Fassung auftauchte, die heutige Darmstädter Madonna. Bei der großen Holbein-Ausstellung von 1871 hingen beide in Dresden nebeneinander, und am 5. September erklärten 14 Kunsthistoriker allein das Darmstädter Bild für eigenhändig. Galeriedirektor Julius Hübner, selbst Maler, verteidigte seine Madonna mit einem Sonett, und der junge Kunsthistoriker Karl Woermann antwortete ihm mit einem Sonett. Der Leipziger Gelehrte Gustav Theodor Fechner ließ das Publikum schriftlich beurteilen, welche der beiden die schönere sei. Von 11.842 Besuchern antworteten 113. Die Dresdner Gemäldegalerie sieht in diesem Streit die Geburtsstunde der Kunstgeschichte als Universitätsfach. Den Namen des Kopisten fand der Basler Kunsthistoriker Emil Major erst 1910. Der aus Frankfurt stammende Kupferstecher und Händler Michel Le Blon hatte Holbeins Original 1633 von Basel nach Amsterdam gebracht und bei dem Trierer Porträtisten Bartholomäus Sarburgh eine Kopie bestellt, nach Ansicht des Museums, um sie als Original auszugeben. Man erkennt sie an der Muschelnische. Sie steht in einem dunklen Bogen, über der Krone bleibt viel mehr Raum, und Marias Kleid ist fast schwarz, mit einer lachsfarbenen Schärpe.

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