Madonna mit dem Schleier

Madonna mit dem Schleier


Details

Jahr
1533
Technik
Öl auf Schiefer
Gattung
Gemälde
Maße
112 × 88 cm

Die Geschichte

Das Gesicht der Madonna war fast verschwunden. So beschrieb es Rodolfo Siviero, der nach dem Krieg für den italienischen Staat die aus dem Land fortgebrachten Kunstwerke zurückholte, und er schrieb, kein anderes Bild habe ihnen so viel Kummer bereitet. Eine Oxidschicht lag über dem Antlitz.

Der Weg dorthin begann im Herbst 1943. Die Gemälde der Museen von Neapel lagerten in der Abtei Montecassino, als die deutsche Division Hermann Göring sie nach Norden in ein Depot bei Spoleto brachte. Dort öffneten ihre Offiziere sechs Kisten und nahmen einige Bilder als Geschenk für Göring heraus, dieses hier aus Kiste Nummer 57. Wiedergefunden wurde es im Salzbergwerk von Altaussee in Österreich. Im August 1947, schon auf dem Rückweg nach Italien, lösten zwei Restauratoren aus Florenz, Lo Vullo und Sokolov, in Bozen die kristalline Kruste von der Malerei.

Sebastiano hat in Öl auf eine Schieferplatte gemalt. Maria beugt sich über das nackte Kind, das am unteren Bildrand schläft, den Kopf auf die verschränkten Arme gelegt, den Mund offen. Mit zwei Fingern der rechten Hand hält sie einen hauchdünnen Schleier, der nur als blasses Dreieck zu ahnen ist. Hinter dieser Hand späht der grauhaarige Josef hervor, rechts verliert sich ein Engel beinahe im Dunkel. Schon Vasari erwähnte 1568 eine Madonna, die das Kind mit einem Tuch zudeckt, in der Sammlung des Kardinals Alessandro Farnese, und diese Notiz wird mit unserem Bild verbunden.

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