Pisaner Madonna
Details
Die Geschichte
Diese Tafel entstand um 1250, in einer Toskana, die den nahen Umbruch noch nicht kannte. Cimabue war kaum geboren, Giotto noch Jahrzehnte entfernt, und die Maler arbeiteten noch in der Weise, die die Italiener maniera greca nannten, dem an byzantinischen Ikonen geschulten griechischen Stil. So blickt die Madonna frontal aus dem Bild, ihre Gestalt flach vor einem Goldgrund, die Zuege in langen, feierlichen Linien gezogen statt vom Licht modelliert. Pisa war in diesen Jahren eine reiche Seerepublik, sein grosser Domplatz bereits im Entstehen, und ein Andachtsbild wie dieses stand ueber einem Kirchenaltar, damit die Glaeubigen davor beteten. Das Blattgold hinter ihr sollte das Kerzenlicht im dunklen Kircheninnern auffangen, sodass die Gestalt jedem, der davor kniete, zu leuchten schien.