
Begegnung von Faust und Margarete
Details
Die Geschichte
Im März 1859 wurde am Pariser Théâtre Lyrique Charles Gounods Oper „Faust“ uraufgeführt. Im selben Jahr reiste der junge James Tissot nach Antwerpen zu dem belgischen Maler Henri Leys, dessen Szenen aus alten flämischen und deutschen Städten für ihre peinlich genaue historische Detailtreue bewundert wurden. Auf dieser Holztafel treffen beide Einflüsse zusammen. Sie zeigt den Augenblick aus Goethes Drama, in dem Faust Gretchen, hier Marguerite, zum ersten Mal auf der Straße anspricht, als sie aus der Kirche kommt. Sie geht mit gesenktem Blick weiter, ein Gebetbuch in den Händen. Rundherum baut Tissot Stück für Stück einen spätmittelalterlichen Kirchhof auf, mit einem roten Holzvordach über der Treppe, einer bemalten Wand darunter und einer steinernen Liegefigur in einer Nische. Der Staat kaufte das Bild 1860, im Jahr darauf war es im Salon zu sehen.




