Moses

Moses


Details

Künstler
Carlo Dolci
Jahr
1650
Technik
Öl auf Leinwand
Maße
40 × 30 cm

Die Geschichte

Die Vulgata ließ Moses mit gehörntem Gesicht vom Sinai herabsteigen. Hieronymus hatte ein hebräisches Wort, das strahlen bedeutet, mit cornuta wiedergegeben, gehörnt, und Maler wie Bildhauer folgten ihm jahrhundertelang. Michelangelo schlug die Hörner um 1515 in den Marmor. Als Dolci diese kleine Leinwand um 1650 in Florenz malte, war der Übersetzungsfehler in der Gelehrtenwelt längst bekannt, und aus den Hörnern war Licht geworden. Genau das sitzt hier auf der Stirn, zwei blasse Strahlen an der Stelle, an der früher die Hörner wuchsen, und sie machen den Alten zum Sprecher Gottes. Alles Übrige ist die Sprache, in der Dolci seine Heiligen in Verzückung malte, der Blick nach oben, der Mund leicht geöffnet, das Gesicht dicht herangeholt. Das Bild misst nur 40 mal 30 Zentimeter. 1691 steht es im Inventar der Villa Poggio Imperiale auf dem Hügel südlich von Florenz, unter den Bildern der verwitweten Großherzogin Vittoria.

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