
Mutter und Kind
Details
Die Geschichte
Der erste nachweisbare Besitzer dieses kleinen ovalen Bildes war François-Alexandre-Frédéric de La Rochefoucauld, Herzog von Liancourt. Der liberale Adlige soll Ludwig XVI. in der Nacht, als die Bastille fiel, gesagt haben, was in Paris geschehe, sei eine Revolution. Er starb erst 1827, und im Juni jenes Jahres wurden seine Bilder in Paris versteigert. Dieses ging im selben Los weg wie ein heute verschollenes Gegenstück, beschrieben als eine Mutter, die ihr Kind bitte sagen lässt, bevor sie ihm Brot gibt. Fragonard malte es um 1777 bis 1779. Eine junge Frau in Weiß und Gold wendet sich zu uns um, neben ihr liegt ein Kleinkind in einem lockeren weißen Tuch quer über einem Stapel großer Papierbögen, und rechts drängen sich zwei weitere Kinder heran. Über eine Madame Corbin in Paris und die Kunsthandlung Wildenstein kam es 1945 an Forsyth Wickes, einen Sammler, der sein Sommerhaus in Newport auf Rhode Island mit französischer Kunst des 18. Jahrhunderts füllte. Mit seinem Vermächtnis gelangte es 1965 ins Museum of Fine Arts.




