
Amedeo Modigliani · PD
Akt mit Korallenkette
Details
Die Geschichte
Die Leinwand ist breiter als hoch, gut einen Meter lang, und die Liegende füllt sie von Rand zu Rand. Kein Zimmer, kein Beiwerk, keine mythologische Ausrede, nur eine Korallenkette am Hals und eine Hand, die tief auf dem eigenen Körper ruht. Die Anordnung ist uralt. So hatten schon Tizian und Giorgione ihre Frauen hingelegt, später Goya und Manet. Modigliani hat 1917 alles weggelassen, was solche Bilder sonst erklärt.
Mehr als zwei Dutzend weibliche Akte entstanden in seinen letzten Jahren, fast alle in kurzer Folge. Die Besitzer dieses Bildes waren bemerkenswert. Zuerst der Schriftsteller Francis Carco, dann Félix Fénéon, jener Kritiker, der den Begriff Neoimpressionismus geprägt hatte und 1894 in Paris als Anarchist vor Gericht stand und freigesprochen wurde. 1950 verkaufte ein New Yorker Händler die Leinwand an Joseph und Enid Bissett, deren Geld aus der Miederwarenfirma Maidenform stammte. Fünf Jahre später schenkten die beiden sie dem Museum des Oberlin College in Ohio.




