
Passionsblumen und Kolibris
Details
Die Geschichte
Den Namen Passionsblume gaben christliche Missionare in Amerika. Sie lasen in der Blüte die Leidensgeschichte Christi, den Kranz feiner Fäden als Dornenkrone, die drei Narben als Nägel des Kreuzes. Heade malt Passiflora racemosa, die farbenprächtigste aller Passionsblumen, und dazu zwei kleine schwarz-weiße Schneekappenkolibris, eine Art, die das Museum in Panama verortet.
In den 1870er Jahren las man dieselbe Blüte ganz anders. Charles Darwin wies in einem Buch über Fremdbestäubung bei Pflanzen darauf hin, wie die Schnäbel der Kolibris dafür gebaut sind, Passionsblumen zu bestäuben. Heade war ein begeisterter Naturbeobachter. Nach zwei Reisen nach Mittelamerika, 1866 und 1870, begann er eine Bildgruppe, in der er Kolibris und tropische Blüten aus nächster Nähe zeigt, vor feuchtem Dschungel. Das Museum sieht darin einen der frühesten Widerhalle von Darwins Gedanken in der amerikanischen Malerei.
Datiert ist die Leinwand nur ungefähr, auf die Jahre zwischen etwa 1870 und 1883. Vor dem kühlen Grün und Grau des Waldes ist das Rot der Blüten das Leuchtendste im ganzen Bild.


