
Paulus tadelt den reuigen Petrus
Details
Die Geschichte
Am 8. Januar 1811 verkaufte Francesco Sampieri sechs Gemälde aus dem Bologneser Familienpalast an die Regierung des napoleonischen Königreichs Italien. Der Kupferstecher Francesco Rosaspina überwachte in Bologna das Verpacken, eine Woche später standen die Kisten in Mailand. Dieses Bild war eines davon. Die Sampieri hatten es um 1609 bei Guido Reni bestellt, und seither hing es in ihren Räumen an der Strada Maggiore.
Zu sehen ist ein Streit zwischen zwei Aposteln. Im Galaterbrief schreibt Paulus, er sei Petrus in Antiochia offen entgegengetreten, in der Frage, ob Bekehrte weiterhin das jüdische Gesetz halten müssten. Reni macht daraus zwei fast lebensgroße Figuren, Petrus am Boden sitzend, Tränen im Gesicht, Paulus vorgebeugt, die Hand ausgestreckt. Weinende Büßer waren um 1609 sehr gefragt. Das Konzil von Trient hatte die Beichte als Sakrament bekräftigt, die reformierten Kirchen hatten sie verworfen.




