
Perseus und Andromeda
Details
Die Geschichte
Im Mai 1986 versteigerte ein Münchner Auktionshaus ein großes Gemälde mit Perseus und Andromeda als französische Schule, wohl 18. Jahrhundert. Drei Jahre später kaufte die Société des Amis du Louvre, der Freundeskreis des Museums, das Bild bei einer Galerie in Monte Carlo und schenkte es dem Louvre. Inzwischen hatte man es als das Werk erkannt, das Pierre Mignard für den Grand Condé gemalt hatte, den Prinzen und Feldherrn, der sich auf sein Schloss Chantilly zurückgezogen hatte. Am 11. Juli 1679 erhielt Mignard dafür 4400 Livres, der Bildhauer, der den Rahmen schnitzte, bekam 300. 1709 hing das Gemälde noch in Chantilly und wurde im Inventar nach dem Tod von Condés Sohn geschätzt, danach verliert sich seine Spur bis zur Münchner Auktion.
Mignard wählte einen ruhigeren Augenblick als den Kampf mit dem Meeresungeheuer. Nach Ovid malt er die Szene unmittelbar nach der Rettung, wenn Andromedas Eltern, König Kepheus und Königin Kassiopeia, Perseus danken und ihn als Gatten ihrer Tochter begrüßen, während Amor ihre Ketten löst. Mignards Biograf schrieb 1730, niemand könne die Tränen in Andromedas Augen sehen, ohne gerührt zu sein. Röntgenaufnahmen zeigen, dass die Leinwand irgendwann auf ein Viertel zusammengefaltet wurde, und entlang der Knicke ist die Farbe abgeplatzt.


